Liebe Freunde!

Aus ganzem Herzen möchte ich Euch mit diesem Schreiben nach meinem intensiven Heimaturlaub hier aus New York grüssen.

 

Viele Gespräche und Begegnungen sind mir noch in guter Erinnerung – in einer Woche fuhr ich mehr als 3000 km mit dem Auto meiner Schwesters Familie. Trotzdem war es nicht möglich, alle zu sehen oder zu sprechen. Obwohl ich Euch vielleicht verpasst habe, schlägt mein Herz für Euch und ich wünschte, alle könnten die übergroße Liebe Gottes im ganz persönlichen Leben unverkennbar erfahren.

So bin ich über Fulda, München, Bieberach, Freiburg, Waghäusel, Essen, Nordhausen, dem Eichsfeld und Erfurt nach Pirna gepilgert. Da es mir wichtig ist, von Gottes Hoffnung Zeugnis zu geben, sind diese Fahrten für mich “Missionsreisen”… und dass wir ein Missionsland geworden sind, wurde mir bald klar vor Augen gestellt:

Das “verbrauchende Embryonengesetz” wurde vom Bundestag verabschiedet; linke und rechte Demonstranten liefern sich wie in alten Zeiten Straßenschlachten mit blutiggeschlagenen Polizisten; Robert Steinhäuser erschießt in seiner ehemaligen Schule 14 Lehrer und 1 Schülerin, einen Polizisten und dann sich selbst; der frühere Professor für Marxismus und holländische Parteigründer, Pim Fortyun, wird kaltblütig von einem fanatischen Tierschützer auf offener Strasse erschossen.

 

Als ich die Zeitung niederlag, fragte ich mich: Traum oder Wirklichkeit? Wir scheinen nichts aus Nazifaschismus, Stalinismus, Sozialismus und schließlich der diktierten Freiheit eines Konsumismus zu lernen.

“Wir ernten nur das, was wir gesät haben!” – lehrt uns die alte Volksweise. Zulange wurde, ohne einen Gedanken an Gott zu verschwenden, auf den Sand gebaut.

Ohne Gott heißt im Grunde – ohne Liebe!

“Ohne Gott und Sonnenschein holen wir die Ernte ein” konnten wir für eine Generation als sozialistische Parole auf Plakaten lesen. Die Wahrheit ist: Ohne Gott und Sonnenschein geht die stärkste Pflanze ein!

Die Gesellschaft wird bewusst demoralisiert und damit unstabil. Es geht um die fehlende Wertevermittlung, die letzten Endes aus christlichen Wurzeln stammt.



Leben ist nichts mehr wert oder schon zuviel?

Der Bundestag stimmt ab, dass tausende Embryonen als menchliches Ersatzteillager totgetestet werden dürfen. Niemand schreit auf und geht auf die Straße und protestiert. Ist das verwunderlich? Wir haben uns daran gewöhnt, unschuldige ungeborene Kinder legal zu töten. Bei Vermutung auf eine eventuelle Behinderung besteht schon eine Art Pflicht zur Tötung – das lehrt ja schon der gesunde Menschenvestand…oder? Konsequenterweise müsste der Bundestag noch heute den Naziärzten das Bundesverdienstkreuz verleihen:

für wertvolle Pionierarbeit!

In Pirna wurden während des Krieges ca. 40.000 Behinderte getötet. Die Menschenversuche von Naziärzten in deutschen Konzentrationslagern halfen deutschen Soldaten bei schweren Erfrierungen.

Es wäre wichtig, den Bonner Forscher, Oliver Brüsstle, zu fragen, was er denn wirklich mit den Menschenveruchen abgezielt hat? Ist es Zufall, dass die Embryonen aus Israel kommen oder kommen sie nur aus Palästina? Schnell haben wir vergessen…Was ist ein Leben schon wert oder schon zuviel?

Wir stecken in einer Krise: eine Krise der Liebe! Ohne Gott und Sonnenschein geht die stärkste Pflanze ein!

Die harte Realität wird verdrängt, verharmlost oder verdeckt und das leider auch zuoft in der Kirche.

Was die Kirche hier in den U.S.A. durchmacht, geht auf Versäumnisse in den 70ziger und 80ziger Jahren zurück. Sünde hat einen Effekt und ist wie eine negative Energie, die in verändeter Form bestehen bleibt. Vor dem Frühling muß erst der Winter kommen, der alles Alte absterben lässt. Unsere kleine Gemeinschaft ist vor 15 Jahren entstanden, weil “neuer Wein in neue Schläuche gehört” (Mk. 2,22). Die Medien verschleihern die volle Wahrheit und jagen die Kirche wie eine kriminelle Organisation. 16 Priester haben sich schon das Leben genommen und die meisten waren unschuldig. Mit 1% straffälliger Priester ist die katholische Kirche noch die harmloseste Großorganisation in Amerika. Worum geht es den Medien? Sind es wirklich die Opfer oder geht es ihnen um die Verhinderung von einer christlichen Wertevermittlung? Seit Jahrzehnten wird Glaube und Moral von ihnen untergraben. Wer andere mit Dreck bewirft, will selbst sauberer erscheinen…Aber schließlich muss man der Presse danken, dass sie uns auf eine Erneurung von innen verweist und die Botschaft Jesu klarer und reiner durch eine erneuerte Kirche in der Welt verkündet wird.

Doch “Wer möchte Jesus schon hören? Deine Worte stören!” singt Gerhard Schöne in einem Lied.


Da sagt ein Bundeskanzler, dass “die Kirche ein Auslaufmodell ist”. Fast gleichzeitig wird in Holland der Marxist und homosexueller Parteigründer, Pim Fortuyn, auf offener Srtraße von einem fanatischen Tierschützer erschossen. Das waren doch mal gute Freunde… Was ist jetzt so anders?… Fortuyn hat einfach gesagt, dass es zu viele Einwanderer gäbe und zumal islamische!

Die “Philosophie des Egoismus”, wie Kardinal Ratzinger die gegenwärtige Gedankenströmung nennt, trägt ihre Früchte. Es geht nicht um Tierschutz oder Einwanderung, es geht um einen Identitäts- und Werteverlust Europas mit abgeschnittenen christlichen Wurzeln!

Von einem “Du bist o. k. und ich bin o.k.” der 80ziger Jahre haben wir uns zu einer “Kultur des Nichts” entwickelt. Und die Angst geht um…Der Euro wird auch immer Teuro!

 

Entschuldigung, dass ich meine Gedanken so frei von der Leber auf`’s Papier gebracht habe! Ich will wirklich nicht alles mies machen, sondern in all dem Orientierung aus dem Glauben an den Gott der Liebe finden. Wir Christen sind ja zur Hoffnung verpflichtet und die Auferstehung von Jesus ist die einzig richtige Antwort darauf. Wenn Gott in Jesus Mensch wird, im Stall geboren, Asylant in Ägypten ist, als Straßenarbeiter seinen Lohn verdient, obdachlos durch’s Land wandert, wie ein Verbrecher am Kreuz stirbt, aber nach 3 Tagen aufersteht und vielen seiner Jünger leibhaftig begegnet, dann kann die Welt auch im 21sten Jahrhundert nicht mehr die Gleiche sein!

“Erlöung kommt von unserem Gott” singen wir hier oft.

Jesus kam, um uns durch Seine Liebe zu retten – auch wenn das hieß, am Kreuz zu sterben. Gott gibt keine Fernprognose, sondern leidet als Arzt für die Patienten.

Wow!

Kannst du das verstehen?      Ich nicht…!

Wir können das uns nur schenken und in unserem Leben erfahrbar werden lassen!

Das ist der Grund, warum ich dieses Leben so lebe. Ich möchte wie Jesus leben und so seine Erlösung in meinem Leben wirksam werden lassen. So begründet sich auch unser Lebensstil als Franziskaner: arm, keusch und demütig den Menschen in einer Welt von heute zu dienen und so Gottes Liebe und Erlösung erfahrbar zu machen. Gott gibt die Kraft dazu.





Ganz überraschend wurde ich von meinem Heimatbischof, Joachim Reinelt, vom 16. – 18. August zu einem Internationalen Jugendtreffen nach Dresden eingeladen. Das Thema lautet: Über Grenzen hinweg…

Dabei werden Jugendliche aus Tschechien, Polen und Deutschland junger Märtyrer gedenken, die in Dresden unter Hitler hingerichtet worden sind und nun zu den Seligen der Kirche gezählt werden.

Da sich unsere Gemeinschaft sehr für Deutschland interessiert, komme ich nicht allein, sondern noch ein Priester und ein Seminarist sind dabei.

Vom 9. – 11.August besuchen wir das große Emmanuel-Festival in Altöttingen und von dort gehts zum Klüschen Hagis, wo wir am Abschlussgottesdienst der Fußwallfahrt am 15. August teilnehmen. Von dort sind es noch 3 Stunden nach Dresden.

Diese Reise war nur möglich, weil soviel Geld für anfallende Flugtickets von Euch gespendet wurde.

Aus ganzem Herzen sei Euch vielen Dank und Vergelt’s Gott gesagt!

 

Die beste Möglichkeit, uns und unsere Mission weiter zu unterstützen, ist Spenden direkt an meine Schwester zu überweisen. Unter dem Kennwort: “Br. Paulus”, kommt es ganz sicher bei mir an.

 

Sparkasse Pirna-Freital BLZ 850 50 300 Konto Nr.: 4000 034 001 (Maria Werkmann)

 

Mit der Reise beginnt eine wichtige Kontaktaufnahme, die ganz besonders durch Herrn Bischof Joachim Reinelt inspiriert wurde. Nur mit der Erlaubnis des Bischofs, ist an eine Niederlassung in Deutschland zu denken. Bitte, betet um ein Wehen des Heiligen Geistes, damit Gottes Wille uns führen möge!

 

In Dankbarkeit für alle Hilfe, bitte ich vor allem um das Gebet! Beim Weltjugendtag werden wir eine wichtige Rolle spielen; in diesen Tagen beraten wir auf einem Generalkapitel über unsere weiteren Schritte; Ende August soll mein Studium beginnen, aber vor allem betet für die Erneuerung der gesamten Kirche!

Wir schauen jetzt auf die Bischöfe, aber jeder Gläubige ist zur ganz persönlichen Umkehr aufgerufen und wir wissen auch wie: Liebe Gott und den Nächsten wie Dich selbst, darin besteht das Gesetz und die Propheten…Baue mein Haus wieder auf! Wie Du siehst, ist es ganz zerfallen…

 

 

In der Liebe Christi -


Bruder PaulusMaria,CFR
19 Juni,2002