New York, Pfingsten 2004
Liebe Freunde der Erneuerung!"Herr, Du sendest Deinen Geist aus, sie
werden alle erschaffen, und Du wirst das Antlitz der Erde erneuern." (Psalm
104, 30)
"Der auf dem Thron sitzt sprach: 'Siehe, Ich mache alles neu'." (Offenbarung
21,5) Ja, Herr, Heiliger Geist, komm und mache alles
neu! Der Ruf der menschlichen Seele nach Erfüllung trieb Menschen in allen
Kulturen hinaus in die Wüste oder andere einsame Gegenden der Gotteserfahrung.
Ganz anders und doch sehr ähnlich ist meine Entscheidung, in der Gemeinschaft
der Franziskaner von der Erneuerung diesen Ort der Erfüllung zu suchen.
Am 1. August 2004, werde ich hier in New York - Yonkers mein feierliches Versprechen
im Kreis meiner Familie, mit Freunden und Brüdern ablegen. Somit möchte
ich dem Herrn Jesus mit "Haut und Haar" in Armut, Gehorsam und Keuscheit
folgen. Die zuerst schwachen Fusspuren des Heiligen
Franziskus sind mir zur breiten Strasse zum Himmelreich geworden. Das Feierliche
Versprechen oder die Ewige Profess ist für meine 15 jährige Berufungssuche
keine Endstrich, sondern ein neuer Anfang, diese Sehnsucht nach Erfüllung
mit Gottes Hilfe ein Lebenlang zu leben. Wie Johannes der Täufer sind wir Franziskaner
berufen, das Evangelium als "Rufer in der Wüste" zu verkünden.
Diese "Wüsten" sind für uns die Randgruppen der Gesellschaft.
Es braucht Propheten und Zeugen, um das klare Wasser aus den tiefen Quellen
der Wahrheit zu schöpfen. Dieses Zeugnis soll mein Leben sein!Ein ziemlich vernehmlicher Ruf wird das Bonifatiusfest
in Fulda (5.-6. Juni) sein, zu dem ich mit 5 anderen Brüdern komme. Wie
der Heilige Geist den Heiligen Bonifatius von England nach Deutschland zu gehen
bewegt hat, so sollen wir "Begeisterte" Jesu in unserer Welt von heute
sein. Ja, das Bonifatiusfest ist für mich ein besonderes Geschenk, da wir
vor ca. 25.000 Wallfahrern am Sonntag von unserem leben Zeugnis geben dürfen.Wir haben jetzt 3 Musikbands. Das ist für
eine Gemeinschaft von 82 Brüdern ziemlich gut...Gott schenkt uns immer
wieder talentierte Musiker. Wir haben festgestellt, dass damit auch ein besonderer
Ruf von Gott verbunden ist. Mit Musik kann man heute viel mehr Menschen erreichen,
als mit Worten allein. Musik berührt die Menschen in einer emotionalen
Ebene und ist ein wunderbares Werkzeug der Neuevangelization.Das war für mich auch ein Grund, mit der
Kunst wieder zu beginnen. Eigentlich sollte nach dem Beginn des Theologiestudiums
Schluss sein, aber schon nach der ersten Woche im Seminar hat mich der Rektor
ermutigt, eine Franziskusfigur zu modellieren. Diese wurde sogar in Bronze gegossen.
Dieses Semester konnte ich die Heilige Klara fertigstellen. Damit nicht genug
- letztes Jahr durfte ich auch eine Künstlergruppe von 10 katholischen
Künstlern gründen. Ende April hatten wir unsere erste gemeinsame Ausstellung
im Priesterseminar. "Bilder sagen 1000 Worte", sagt man hier. Durch
die 'Macht der Bilder' können wir viele Menschen auf ganze neue Weise ansprechen.
Anbei ist ein Bild von der Franziskusfigur. Das Bilder einen grossen Einfluss ausüben,
hat der Film von Mel Gibson, “The Passion of the Christ” bewiesen.
Obwohl die offiziellen Medien den Film “verboten” hatte, ist dieser
Film einer der 10 erfolgreichsten Filme aller Zeiten geworden. Am Kreuz haben
sich eben schon immer die Geister geschieden... Der Film hat gezeigt, dass der
katholische Glaube gesellschaftsfähig ist und Menschen nach wie vor interessiert
sind. Die Kirche muss nur lernen, den Glauben in einem Zeitalter der Bilder,
Medien und Informationen auszudrücken. Aus diesem Grund haben wir Franziskaner von der
Erneuerung einen “Offenen Brief an Mel Gibson” geschrieben. Darin
danken wir ihm erst einmal für die ausserordentliche künstlerische
Leistung. Gleichzeitig haben wir ihn aber gebeten, einen weiteren Film über
den “Mann der Passion” zu produzieren. Dieser “Mann der Passion”
ist der Heilige Franziskus, der ganz und gar auf die Liebe des Gekreuzigten
geantwortet hat – so sehr, dass er selbst als erster Christ der gesamten
Kirchengeschichte die Heiligen Wundmale des Herrn empfangen durfte. Seitdem
gibt es eine ganze Armee von Heiligen Frauen und Männern, die mit diesem
äusseren Zeichen ihrer Liebe zum Gekreuzigten (aus)gezeichnet worden. Den
“Offenen Brief an Mel Gibson” kann man auf unserer Home page unterzeichnen:
www.franciscanfriars.comEigentlich benutzen wir ja keine Computer, aber
unser Haus für ehemalige obdachlose Strassenjungs “St. Francis-House”
erledigt für uns alle notwendigen Arbeiten. War es Gottes Vorsehung? Anfang
dieses Jahres wurde unser Mitbegründer und sehr bekannte Priester, Father
Benedict J. Groeschel, von einem Auto angefahren und schwer verletzt. Seitdem
haben wir weit über eine halbe Million e-mails erhalten. Drei Drucker mussten
dabei das Leben lassen. Tausende verfolgen täglich per Internet seinen
Gesundheitszustand. Dadurch wurde eine endlose Kette von Gebeten gebildet, die
Father Benedict wunderbar genesen lassen hat. Jetzt ist es an uns, sein Lebenswerk
dankbar weiterzuführen.Am Ende möchte ich Euch allen für Euer
treues Gebet danken! Ohne Gottes Hilfe wäre dieses Leben unmöglich.
Das Theologiestudium ist für mich immer noch ein Wunder. Bitte betet weiterhin
für unsere kleine Reformbewegung! Wir brauchen Gottes Geist und das rechte
Gehör, diese kleine, sanfte Stimme des Geistes in unserer Zeit zu vernehmen.
Auch wenn Ihr nicht physisch bei meiner Ewigen Profess dabei sein könnt,
so sind wir doch im Gebet verbunden und gegenwärtig. Viele haben mich schon
gefragt, was ich mir denn wünsche…Die Antwort ist: viel Gebet für
Deutschland! Gleichzeitig brauchen wir aber auch sichtbare Taten. Der Welt-Jugend-Tag
in Köln im Jahr 2005 ist so ein Zeichen für das Evangelium. Ich möchte
so viele Brüder wie nur möglich nach Köln “verfrachten”.
Dazu brauchen wir Flugtickets. Wer möchte einen Bruder “adoptieren”
und einen Teil des Tickets finanzieren?
So wünsche ich Euch allen das Herabkommen des Heiligen Geistes – die Kraft von oben! Möge der Herr es geben, dass wir uns wiedersehen können – vielleicht klappt es ja in Fulda…Euch allen Gottes Segen und den Frieden des Herrn!